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01 Aus Fehlern lernen - ©www.canva.com

Aus Fehlern lernen: Fehler sind auch Lernerfolge

Aus Fehlern lernen bringt Dich auf Dauer weiter im Leben. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Hier erfährst Du, wie Du privat und beruflich aus Fehlern lernst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Fehler eigentlich? Eine ganz neue Sichtweise
  2. Arten von Fehlern
  3. Aus Fehlern lernen am Arbeitsplatz
  4. Vor- und Nachteile von Fehlern
  5. Aus Fehlern lernen: 3 Tipps
  6. Aus Fehlern lernen: In 5 Schritten
  7. Fazit

1. Was sind Fehler eigentlich? Eine ganz neue Sichtweise

Der Psychologe George A. Miller hätte es nicht treffender ausdrücken können: Ein Fehler ist eine Abweichung des Ist-Zustands vom Soll-Zustand.

Im Grunde sind Fehler überhaupt nichts Schlimmes. Wir alle haben und machen Fehler. Jeden Tag. Trotzdem dreht die Welt sich weiter, als ob nichts gewesen wäre. Und trotzdem versuchen viele ihre Fehler zu verbergen.

Dabei bieten Fehler eine der besten Möglichkeiten zu lernen und Deine Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben. Das sehen auch Pädagogen und Psychologen so. Fehler werden in der Wissenschaft sogar ganz neutral zum erfahrungsbasierten Lernen gezählt. Jeder Fehler hat also die Möglichkeit, auch ein Lernerfolg zu werden.

Wichtig ist nur, dass wir unsere Fehler nicht ignorieren oder vertuschen, sondern anfangen sie genau unter die Lupe zu nehmen. Nur so kann ein Lernprozess stattfinden. So kannst Du auch der Wiederholung von Fehlern vorbeugen, Dein eigenes Handeln verbessern und den Fehler möglicherweise sogar schon korrigieren.

Ich möchte, dass Du Dir jetzt Satz merkst, den Du Dir immer wieder aufsagen darfst:

„Ich bin nicht mein Fehler. Ein Fehler entscheidet noch lange nicht über meine Kompetenz.“

Warum wir trotzdem Angst davor haben, Fehler zu machen

Obwohl Fehler Teil unseres Lebens sind, versuchen viele Menschen Fehler so gut es geht zu vermeiden und zu verheimlichen. Kein Wunder. Wir werden von klein auf dazu erzogen, dass Fehler schlecht sind.

Das Benotungssystem in den Schulen erzeugt bei Kindern jede Menge Druck. Negative Emotionen wie Scham, Trauer, Wut und Enttäuschung, aber auch Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe sind die Folge. Strenge Eltern, die ihre Kinder für schlechte Noten oder überhaupt für nicht perfektes Verhalten bestrafen, geben dem Kind den Rest.

Kein Wunder also, dass so viele Menschen negative Glaubenssätze und Problemvermeidungsstrategien entwickeln. Wenn dann auch noch ein Arbeitgeber ohne Fehlerkultur ausgewählt wird, lernt die Person vor allem Fehler zu vertuschen. Auf diese Weise wird sie nie ihr volles Potenzial entfalten und es sich in der eigenen Komfortzone gemütlich machen.

02 Lernen aus Fehlern - ©www.canva.com

2. Arten von Fehlern

Grundsätzlich gibt es 3 Arten von Fehlern, denen jeder von uns mal unterlaufen kann. Diese sind:

Flüchtigkeitsfehler und Leichtsinnsfehler. Das nötige Wissen ist eigentlich vorhanden. Durch Stress oder Unaufmerksamkeit fällt Dir die nötige Information jedoch nicht im wichtigen Moment ein.

Wissens und Regel basierte Fehler. Diese Art von Fehlern entstehen durch falsche Annahmen und Unwissenheit. Sie helfen dabei, eigene Wissenslücken festzustellen und für die Zukunft daraus zu lernen.

Gemeine Denkfehler. Der Denkfehler kann zwar auch durch eine Wissenslücke entstehen, er kann aber auch bei ausreichendem Wissen durch einen Fehlschluss entstehen.

3. Aus Fehlern lernen am Arbeitsplatz

Im Berufsleben ist die Angst vor Fehlern oft noch größer als privat. Hier kommen Versagensängste und der innere Kritiker so richtig zum Einsatz. Sätze wie:

  • ich möchte nicht dumm wirken,
  • ich will nicht in einen Konflikt geraten,
  • ich habe Angst vor negativen Folgen,
  • ich bin nicht gut genug,

schwirren bei vielen Menschen im Kopf herum. Wenn einer oder mehrere dieser Sätze auf Dich zutreffen, bist Du hier genau richtig. Die Tipps unter Punkt 5 können Dir sehr gut weiterhelfen.

Aber auch der Arbeitgeber kann eine Menge dafür tun, damit Mitarbeiter Fehler nicht verheimlichen, sondern im Idealfall das gesamte Unternehmen aus Fehlern lernen kann. Vor einigen Jahren ging es vor allem noch um das Fehlermanagement. Aber auch dieser Begriff hatte immer einen negativen Beigeschmack.

Heute ist in vielen Unternehmen eher die Rede von einer offenen Fehlerkultur. Das heißt, Fehler können hier offen angesprochen werden, ohne negative Konsequenzen zu befürchten. Das gesamte Unternehmen lernt aus einem Fehler und kann diesen in der Zukunft vermeiden.

4. Vor- und Nachteile von Fehlern

Nüchtern betrachtet hat es für Dich und alle Beteiligten ein paar Nachteile, aber auch Vorteile Fehler zu machen. Von den Vorteilen profitierst Du aber nur, wenn Du bereit bist aus Deinen Fehlern zu lernen.

Nachteile

  • Es kostet Dich mehr Arbeit, den Fehler wieder auszubügeln.
  • Eventuell entstehen Kosten oder weitere Arbeit für Deine Kollegen.
  • Es kann zu Konflikten kommen.
  • Negative Emotionen, wie ein schlechtes Gewissen, können Dich heimsuchen.

Vorteile

  • Du und alle Beteiligten haben die Möglichkeit aus dem Fehler zu lernen und diesen oder ähnliches zukünftig zu vermeiden.
  • Durch den Fehler können Impulse entstehen, durch die es zu neue Innovation im Unternehmen kommt.
  • Du hast die Möglichkeit zu glänzen, wenn Du souverän mit dem Fehler umgehst.
03 Aus Fehlern lernen bei der Arbeit - ©www.canva.com

5. Aus Fehlern lernen: 3 Tipps

Du hast verschiedene Möglichkeiten, um aus Deinen Fehlern zu lernen. Dabei geht es einmal um Deine kleinen Ecken und Kanten, die Dich aber auch zu der Person machen, die Du heute bist. Eine wichtige Info vorweg. Du bist gut, so wie Du bist. Du musst Dich nicht verändern. Aber es ist toll, wenn Du Dich persönlich weiterentwickeln und an Dir arbeiten willst.

Selbstreflexion

An allererster Stelle gilt es erst einmal Dir Deine Fehler bewusst zu machen. Das ist gar nicht so einfach. Denn oft sind wir für unsere eigenen Fehler blind. Jeder von uns hat sie. Sogenannte blinde Flecken. Und genau die sind es, die Du suchst. Deswegen sprich mit Freunden oder Familienmitgliedern. Frage sie nach Deinen Fehlern, um Dir diese bewusst zu machen. Alternativ kannst Du Dich in verschiedenen Situationen auch selbst fragen: Warum reagiere ich in diese Situation so?

Selbstliebe

Beim Thema Selbstliebe geht es nicht darum, blind alles an Dir zu lieben. Es geht darum, dass Du lernst Dich selbst anzunehmen. Viele Kinder bekommen immer wieder zu hören, sie sind zu wild, laut, verrückt und vieles mehr. Das sorgt für negative Glaubenssätze und ein verringertes Selbstbewusstsein bis ins Erwachsenenalter. Übe Dich in Selbstliebe und akzeptiere Dich mit all Deinen Ecken und Kanten und verändere Dich aus Deinem eigenen, freien Willen.

Mach Dir bewusst …

Die meisten Fehler sind reparabel. Die meisten Fehler sind bei näherer Betrachtung gar nicht schlimm. Fehler sind menschlich. Stell Dir die Frage, warum der Fehler passieren konnte und was Du beim nächsten Mal besser machen kannst. Durch den Fehler kennst Du jetzt einen Weg mehr, wie es eben nicht geht.

Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, benötigte ca. 9000 Versuche, um die erste funktionierende Glühbirne zu entwickeln. Nach 1000 Versuchen sprach ein Mitarbeiter vom Scheitern. Edison aber sagte, dass er nicht gescheitert war, sondern nur 1000 Möglichkeiten entwickelt hat, wie eine Glühbirne nicht funktioniert. Von diesem Mindset können wir uns einiges abgucken.

6. Aus Fehlern lernen: In 5 Schritten

Um in der Arbeitswelt besser aus Fehlern zu lernen und etwas Positives daraus zu ziehen, kannst Du diesen 5-Schritte-Plan anwenden.

Schritt 1: Ruhe bewahren

Egal wie groß oder schwerwiegend Dein Fehler auch ist. In Panik zu verfallen, bringt Dich garantiert nicht weiter. Atme erstmal kurz durch und nimm Dir einen Moment Zeit für Dich. Bevor Du mit dem zweiten Schritt weitermachst.

Schritt 2: Fehler analysieren

Jetzt gilt es Dir die Konsequenzen für Dich und für andere Personen, oder auch das Unternehmen zu überlegen. Wie schwerwiegend ist der Fehler wirklich?

Schritt 3: Fehler eingestehen

Vielleicht ist Dein erster Impuls, nach einem Schuldigen zu suchen. Damit gibst Du die Verantwortung ab und gehst in die Opferrolle. Die Opferrolle bringt Dich langfristig aber nicht weiter im Leben. Gestehe Dir ein, dass Du einen Fehler gemacht hast.

Schritt 4: Aus Fehler lernen

Bevor Du Deinen Fehler bekannt gibst und mit Deinem Vorgesetzten darüber sprichst, überlege Dir, was Du aus Deinem Fehler lernen kannst und mache dann weiter mit Schritt 5.

Schritt 5: Teile Deinen Fehler mit

Zu guter Letzt stehe zu Deinem Fehler und teile ihn mit Deinen Vorgesetzten und Kollegen. Das erfordert jede Menge Selbstbewusstsein und Charakterstärke. Gleichzeitig sieht Dein Chef, dass er Dir vertrauen kann, wodurch Du Deine Position im Unternehmen weiter stärkst.

7. Fazit

Aus Fehlern lernen ist das Beste, was Du tun kannst, wenn Du privat und beruflich weiterkommen willst. Lerne Dich und Deine Fehler zu akzeptieren, Dich selbst zu reflektieren und arbeite dann daran, Deine Fehler auszubessern. Wenn es um Fehler geht, die Du begangen hast, dann ist es das Beste diese genau unter die Lupe zu nehmen, daraus zu lernen und dafür zu sorgen, dass Du in der Zukunft denselben Fehler nicht ein zweites Mal begehst.

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